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Studie Demographischer Wandel

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I Allgemeine Tendenzen und Handlungsempfehlungen<br />

Die Rolle der verbleibenden “Tante-Emma-Läden“ beschränkt sich immer mehr auf eine „Notversorgung“.<br />

Die Schließungen von Gaststätten, Bank- und Postfilialen haben eklatante Auswirkungen auf<br />

kommunale Zentren, durch die Leerstände wird zunehmend deren Attraktivität gemindert.<br />

Die Bevölkerungsentwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Nachfrageverhalten<br />

der Bevölkerung. Dabei werden für Unternehmen die älteren Menschen zunehmend<br />

als Zielgruppe interessanter. Das Kaufverhalten der Senioren wird deutlich heterogener<br />

sein als das der vergangenen älteren Generationen; ein vielfältigeres und anderes Angebot von<br />

Dienstleistungen und Gütern wird daher erforderlich sein. Dieses Potenzial gilt es verstärkt auszuschöpfen.<br />

Die Verlagerung des Einzelhandels auf die “Grüne Wiese“ könnte weiter fortschreiten, denn<br />

durch sinkende Kaufkraft und damit abnehmendem Umsatz steigt der Anreiz, mehr Umsatz<br />

durch mehr Fläche zu erreichen.<br />

Um die Grundversorgung der Kommunen zu erhalten und gleichzeitig das bürgerliche Engagement<br />

zu unterstützen, sollten von Kommunen Bürger-Läden und ergänzend<br />

mobile Versorgungsstrukturen<br />

initiiert und gefördert werden. Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der<br />

Grundversorgung ist der Ausbau von Angeboten der Direktvermarktung; Hofläden sind bereits<br />

heute attraktive Anziehungspunkte, nicht nur für Touristen.<br />

Die Möglichkeit der Bestellung alltäglicher Verbrauchsgüter per Telefon oder Internet, kann ebenfalls<br />

dazu beitragen, die Nahversorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. Besonders geeignet<br />

ist dabei eine Verknüpfung mit Bürger-Läden, über die Bestellung und Auslieferung der<br />

Güter abgewickelt werden kann.<br />

Bei der medizinischen Versorgung kann es langfristig in einigen Gebieten zu einer Unterversorgung<br />

kommen. Mobilitätsbehinderte werden allerdings auf ein flexibles Vor-Ort-Angebot angewiesen<br />

sein. Deswegen kann davon ausgegangen werden, dass die bestehenden mobilen<br />

Dienste ausgeweitet werden müssen.<br />

Für die Weiterentwicklung des Angebotes öffentlicher Leistungen durch die Kommunalverwaltungen<br />

bieten sich vielfältige Möglichkeiten der interkommunalen Kooperation an. Dadurch können<br />

Auslastungsverbesserungen und eine Reduktion von Verwaltungskosten erreicht werden.<br />

ÖPNV<br />

�� Rückgang und Alterung der Fahrgäste führt zu Unterauslastung und qualitativem Anpassungsbedarf<br />

im ÖPNV<br />

�� Verlustabdeckung des ÖPNV wird immer schwieriger<br />

�� Flexiblere Angebotsformen gewinnen an Bedeutung<br />

Für die Lebensqualität und Attraktivität der Bürger einer Gemeinde ist eine gute Erreichbarkeit<br />

der zentralen Einrichtungen ein wichtiges Kriterium; dies gilt insbesondere für den ländlichen<br />

Raum. Der ÖPNV konnte in den letzten Jahren keine entscheidende Veränderung des Mobilitäts-Mixes<br />

erreichen, der Pkw wird auch künftig Hauptträger der Mobilität sein. Die Auslastung<br />

und Finanzierung des ÖPNV wird größtenteils durch den Schüler- und Berufsverkehr erreicht;<br />

dementsprechend ist das Angebot des ÖPNV derzeit noch stark an diesen Nutzergruppen orientiert.<br />

Bei der Neustrukturierung der öffentlichen Daseinsvorsorge fällt dem ÖPNV eine wichtige Rolle<br />

zu, denn Zentralisierungen und Bündelungen von Einrichtungen müssen mit entsprechenden Erreichbarkeitsmodulen<br />

verknüpft werden. Dabei ist es in vielen Fällen erforderlich, den ÖPNV zu<br />

modernisieren.<br />

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