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Karriere mit Hochschulabschluss? - DZHW

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Theoretische Betrachtungen zum Berufserfolg von Hochschulabsolvent(inn)enTheorien segmentierter Arbeitsmärkte (Sengenberger 1987; Köhler und Loudovici 2008). Außerdemfließen theoretische Erwägungen zur Verfügbarkeit und Nutzung sozialen Kapitals und dessenGenese (Bourdieu 1983) bzw. sozialer Netzwerke (Granovetter 1973) in die Betrachtung ein.5.2.1 Theoretische Ansätze zur Erklärung von BerufserfolgIn der Arbeitsmarktforschung existieren zahlreiche Ansätze, die Erklärungen für die erfolgreichebzw. erfolglose Platzierung von Arbeitnehmer(inne)n im Beschäftigungssystem bieten. Häufigstellen sie auf individuelle Fähigkeiten von Arbeitnehmer(inne)n ab. Aktuellere Ansätze beziehenauch Umwelteinflüsse und Interaktionen individueller, betrieblicher und gesellschaftlicher Felder<strong>mit</strong> ein. Ziel der hier vorgenommen Darstellung ausgewählter Ansätze ist die Erklärung von Einflussfaktorenauf den Berufserfolg von Hochschulabsolvent(inn)en.Klassische arbeitsmarkttheoretische Ansätze verstehen Arbeitsmärkte als Gütermärkte, aufdenen über Entlohnung ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage hergestellt wird (vgl. Sesselmeierund Blauermel 1997). Flexible Löhne passen sich den Bedingungen von Angebot undNachfrage an und bilden das Scharnier für eine optimale Allokation der Ressourcen. Die Idee desMarktgleichgewichtes basiert allerdings auf einer Anzahl restriktiver Annahmen, die in der Realitätweder auf individueller Ebene noch auf gesellschaftlicher Ebene vorkommen. Es gilt die vollkommeneHomogenität der Arbeitnehmer(innen), ebenso deren Mobilitätsfähigkeit und Mobilitätsbereitschaft,die Rationalität der Arbeitnehmer(innen), Informations- bzw. Markttransparenzund der vollkommene Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Klassische bzw. neoklassische Arbeitsmarkttheoriensind da<strong>mit</strong> in erster Linie theoretische Konstrukte, welche die erfolgreiche Platzierungim Beschäftigungssystem durch eine Reihe idealtypischer Annahmen erklärt. Fehlallokationenbzw. inadäquate Beschäftigungen sind, wenn sie überhaupt vorkommen, nur vorübergehend.Neuere Ansätze greifen die theoretischen Annahmen der klassischen Arbeitsmarkttheorie aufund passen sie durch Ausdifferenzierung bzw. Auflösung der restriktiven Annahmen den Bedingungenexistierender Arbeitsmärkte an. In Humankapitalansätzen wird die Annahme der Homogenitätder Arbeit aufgegeben und die Entstehung von Humankapital im Ausbildungs- und Berufsverlaufdiskutiert (Becker 1993; Sesselmeier und Blauermel 1997; Hinz und Abraham 2005).Durch die Investition in schulische und hochschulische Bildung werden Fähigkeiten erlernt underweitert, die das individuelle Humankapital und da<strong>mit</strong> die Produktivität steigern. In der Folgefällt auch das zu erzielende Einkommen einer Person <strong>mit</strong> zunehmender Bildungsdauer höher aus.Das Ausmaß des Humankapitals ist da<strong>mit</strong> der entscheidende Faktor für die erfolgreiche beruflichePlatzierung, gemessen an der Einkommenshöhe.Humankapitalinvestitionen werden auch im Laufe der Beschäftigung getätigt. Sie könnenallgemein (general training) oder speziell (specific training) angelegt sein und produzieren allgemeineund spezifische Humankapitale (Becker 1993). Generelle Fähigkeiten sind universell verwendbar,also auch außerhalb des institutionellen Rahmens, in dem sie erworben wurden. SpezifischeFähigkeiten beschränken sich in ihrer Anwendbarkeit zumeist auf ein Arbeitsfeld. Es istaber davon auszugehen, dass im Unternehmen erworbene Qualifikationen nicht nur spezifische,sondern auch generelle Fähigkeiten generieren. Sie erweitern dadurch sowohl die innerbetrieblichenals auch die überbetrieblichen Fähigkeiten der Arbeitnehmer(innen). Sie dienen einerseitsder Erfüllung der gegenwärtigen Arbeitsanforderungen und eröffnen andererseits neue Beschäftigungsoptionen.Aus Sicht der Humankapitaltheorie erzielen Hochschulabsolvent(inn)en durchihre Bildungsinvestitionen – unabhängig vom studierten Fach – höhere Einkommen als Personen<strong>mit</strong> niedrigeren Bildungsabschlüssen. Absolvent(inn)en, die darüber hinaus eine Promotion48 | <strong>Karriere</strong> <strong>mit</strong> <strong>Hochschulabschluss</strong>?

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