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Pathologie der Verdauung.

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34 <strong>Pathologie</strong> <strong>der</strong> <strong>Verdauung</strong>.<br />

rungsfähig sind. Was unter normalen Verhältnissen es hin<strong>der</strong>t, dass<br />

diese Speisemassen in dem für alle Fäulnissprocesse so günstig temperirten<br />

Magen nicht faulen, ist, wie Sie wissen, nichts An<strong>der</strong>es, als<br />

die starke Säure des Magensaftes, welche dem gesammten Mageninhalt<br />

eine intensiv saure Reaction verleiht, Erwägen Sie nun, wie in einer<br />

Reihe unserer Magenfehler von vornherein o<strong>der</strong> als secundäre Folge<br />

ein säurearmer Magensaft abgeson<strong>der</strong>t, in einer Reihe an<strong>der</strong>er seine<br />

saure Reaction abgestumpft wird, so wird Ihnen sofort einleuchten,<br />

dass die Immunität des Magens gegen Fäulniss- und Gährungsvorgänge<br />

unter diesen Umständen sehr gefährdet sein wird. Wirklich gehören<br />

abnorme Gährungen im Magen zu den constantesten Erscheinungen<br />

<strong>der</strong> Dyspepsie. Vor Allem sind es die Kohlenhydrate, die solchen<br />

abnormen Gährungen anheimfallen. Die dazu erfor<strong>der</strong>lichen Fermente<br />

können ja je<strong>der</strong>zeit sowohl vom Munde aus mit <strong>der</strong> Nahrung, als auch<br />

vom Darm aus in den Magen gelangen, und jedenfalls fehlt es an<br />

ihnen so wenig, dass bekanntlich Milchsäure nach Genuss von Kohlenhydraten<br />

einen fast regelmässigen Bestandteil des Mageninhaltes bildet.<br />

Bei Dyspeptischen aber wird nicht blos weit mehr Milchsäure, als in<br />

einem gesunden Magen erzeugt, son<strong>der</strong>n dieselbe vergährt auch weiter<br />

in Buttersäure, Kohlensäure und Wasserstoff. Neben dieser<br />

Buttersäuregährung, bei welcher vielleicht auch noch an<strong>der</strong>e Glie<strong>der</strong><br />

aus <strong>der</strong> Reihe <strong>der</strong> fetten Säuren auftreten können, kommt es ferner<br />

ganz gewöhnlich zur alkoholischen Gährung, <strong>der</strong>en Endproducte<br />

Essigsäure und Kohlensäure bilden 1 "' Ja, selbst ganz abson<strong>der</strong>liche<br />

Gährungen können sich unter diesen Verhältnissen einstellen; bei<br />

einem Kranken mit hochgradiger Dyspepsie hat Ewald 16 brennbare<br />

Kohlenwasserstoffe (Sumpfgas) in den Ructus constatirt, während<br />

sonst bekanntlich die Gase, welche aus dem Magen durch den Oeso­<br />

phagus aufsteigen, aus Kohlensäure und Wasserstoff zu bestehen pflegen.<br />

Jene mannigfachen und reichlichen Gährungen sind es, denen das<br />

saure Aufstossen und das sogenannte Sodbrennen seinen Ursprung<br />

verdankt, das öfters die Kranken noch mehr peinigt, als das lästige<br />

Gefühl von Vollsein im Epigastrium, über welches sie wegen <strong>der</strong> ungenügenden<br />

Entleerung des Magens zu klagen pflegen. Niemals vermisst<br />

man in dem Mageninhalt die betreffenden Gährungsorganismen, insbeson<strong>der</strong>e<br />

Hefezellen und allerlei Bacterien; ja diese in Zersetzung<br />

begriffenen Massen bilden sogar einen sehr günstigen Boden für die<br />

Ansiedelung und Wucherung aller möglichen nie<strong>der</strong>en Organismen so<br />

z. B. für die zierlichen, viergetheilten Päckchen <strong>der</strong> Sarcina ventri-

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