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Zwischen Autonomie und Ausgrenzung? - IG LektorInnen

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eziehungsweise um Teilungen geht, daß man ein bestimmtes Kontingent abgibt <strong>und</strong> das teilt mit<br />

Externen, da sind sie die ersten, die sagen, sie wollen das nicht, weil sie brauchen ja, sie haben ja<br />

eine Familie <strong>und</strong> sie müssen noch die 4.000 Schilling noch haben von dem Lehrauftrag oder so.<br />

Also die sind ja die ersten, die die Solidarität aufkündigen, nicht?”<br />

Ergeben sich im Status der “Externen <strong>und</strong> Freien” aber nicht auch neue Möglichkeiten <strong>und</strong><br />

Anknüpfungspunkte zu kooperieren, Netzwerke zu knüpfen? Sind dies flexiblere, kurzfristigere<br />

Fre<strong>und</strong>schaftsnetze? Wie wirkt sich die Konkurrenzsituation auf Formen der Politisierung <strong>und</strong><br />

Solidarisierung aus?<br />

“Ja, zum einen glaube ich, sind die wenigsten wirklich quasi bereit <strong>und</strong> auch von ihrer ganzen<br />

Ausstattung, von ihrer inneren Ausstattung, psychischen Ausstattung, sozusagen, bereit, sich auf<br />

kooperative Arbeit einzulassen. Das glaube ich sehr wohl. Also die meisten, mit denen ich zu tun<br />

hab’, die pflegen doch einen sehr ausführlichen sozusagen Narzißmus auch. Also von wegen, man<br />

arbeitet <strong>und</strong> es ist schon ganz richtig <strong>und</strong> gut so wie man arbeitet <strong>und</strong> läßt sich nicht in die Karten<br />

schauen. Und- ((überlegt)) Es gibt ja diese, diese vom System auferlegte Konkurrenz eben auch.<br />

Man ist einfach mal immer auch konkurrierender sozusagen Bewerber. Auf der Uni sowieso, na?”<br />

Bei den von uns Interviewten zeigten sich aber auch schon neue Arbeits-/Kooperationsformen. Zwei<br />

“Externe” arbeiten in Gemeinschaftsbüros, ein dritter hat gemeinsam mit anderen einen Verein<br />

gegründet. Das heißt, es gibt Erfahrungen mit alternativen Arbeitszusammenhängen, die teilweise aber<br />

aufgr<strong>und</strong> von finanziellen Schwierigkeiten wieder aufgegeben wurden. Einerseits gibt es dabei eher<br />

praktisch-pragmatische Überlegungen durch Anmietung eines Gemeinschaftsbüros die Isolation des<br />

einsamen Arbeitens zu überwinden: 143<br />

“IP: Also ich bin jetzt irrsinnig viel auf Achse, <strong>und</strong> eben des mit K., des wechselt. Eben das ist, des<br />

hat kein-, des hat überhaupt keine Regelmäßigkeit, des wechselt. Aber, des Gemeinschaftsbüro ist<br />

eben unser-, sozusagen, das wir nicht aufgeben. Es ist günstig, net? Und da ist eine soziale<br />

Einbettung, eben weil da sind noch andere Institute, (...) drinnen, <strong>und</strong> man trifft andere Leute, also<br />

um der VEREINSAMUNGStendenz entgegenzuwirken. Da tratscht man halt.<br />

I: Und wie oft trefft«s ihr euch dort? Oder wie sieht das-, ich kann mir das net vorstellen.<br />

IP: Naja, es hat dann eine Phase gegeben-, na, kann- ist schwer zu sagen, es hat so eine Phase<br />

gegeben, wo ich gesagt hab’, so mir fällt da die Deck’n am Schedl, jetzt tranferier’ ich alles dorthin,.<br />

Dann bin ich jeden Tag da hingegangen, mit meiner, sozusagen Arbeitsdisziplin, hab’ ich dann<br />

nach drinnen verlegt. Und dann, <strong>und</strong> der P. dann auch, zum Beispiel. Und dann haben wir uns jeden<br />

Tag, sozusagen gegenseitig motiviert, oder zum Beispiel, wenn’s in die Schreibphase kommt. Da<br />

passiert des oft, daß ma die Decken am Schedl fallt, <strong>und</strong> dann geh’ ich hin, <strong>und</strong> mach’s so, jetzt geh’<br />

ich jeden Tag von-, weißt eh, wie sich des bei der-, bei Abschlußarbeiten, da muß man sich selbst<br />

an die Kandare nehmen. Dann ( ) zum Beispiel jeden Tag.”<br />

143 Vgl. Kapitel 3.3.4.: Zwei Drittel aller befragten <strong>LektorInnen</strong> gaben an, daß ihre Forschungs-tätigkeit<br />

hauptsächlich in der eigenen Wohnung stattfindet.<br />

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