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EMITEC EMITEC - Portal Schule Wirtschaft

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Seite 8 <strong>EMITEC</strong> (Gesellschaft für Emissionstechnologie mbH) Vollmer: KIS Köln<br />

Didaktische Kopiervorlage Bemerkungen 1<br />

Einsatzmöglichkeiten der Arbeitsblätter im Unterricht und Anbindung an die Lehrpläne<br />

Die Kopiervorlagen lassen sich im Mittelstufenunterricht im Rahmen der Behandlung des Themas „Wärmelehre“ (Physik) und des<br />

Themas „Chemische Reaktion, Aktivierungsenergie, Katalysator“ (Chemie) verwenden.<br />

Eine vertiefende Behandlung läßt sich im Oberstufenunterricht Chemie im Rahmen der Behandlung des Themenkomplexes „Chemisches<br />

Gleichgewicht, Aktivierungsenergie/Katalysator“ realisieren.<br />

Informationen, Bemerkungen, Lösungen zu den Kopiervorlagen<br />

Kopiervorlage 2<br />

Problemorientierter Einstieg in das Thema „Autoabgaskatalysator“.<br />

Die Schüler sollen im Verlauf eines dreistufigen Prozesses<br />

zunächst erarbeiten, welche Stoffe im Motor zur Reaktion<br />

gebracht werden, welche Stoffe als Motoremissionen zum Katalysator<br />

gelangen und zu welchen Stoffen die Motoremissionen im<br />

Katalysator umgesetzt werden.<br />

Anschließend sollen sie die ablaufenden Redoxreaktionen unterscheiden<br />

lernen. Ihnen soll deutlich werden, daß der Kohlenstoff<br />

bei der Reaktion unverbrannter Kohlenwasserstoffe (CxHy) zu<br />

Kohlenstoffdioxis (CO2 ) und Wasser sowie bei der Umsetzung<br />

von Kohlenstoffmonoxid (CO) zu Kohlenstoffdioxid (CO2 )<br />

oxidiert wird. Andererseits wird der Stickstoff in den Stickoxiden<br />

(NOx) reduziert, wenn diese zu gasförmigen Stickstoffmolekülen<br />

(N2 ) umgesetzt werden.<br />

Schließlich sollen die Schüler aus den Daten in der „Info-Box“<br />

schlußfolgern können, daß die Reaktionsprodukte der Umsetzungen<br />

im Katalysator geringer toxisch sind als die Ausgangsstoffe.<br />

Bei der Behandlung des Themas sollte allerdings auch das Problembewußtsein<br />

geschaffen werden, daß in großen Mengen<br />

Kohlenstoffdioxid gebildet wird, welches zwar für Tiere und<br />

Menschen wenig toxisch ist, das aber ein hohes Potential zur Erwärmung<br />

der Erdatmosphäre (Treibhauseffekt) aufweist.<br />

Kopiervorlage 3<br />

Die Schüler lernen u.a., daß die Größe der inneren Oberfläche<br />

eines Katalysators sehr wichtig für dessen Wirksamkeit ist. Damit<br />

die Schadstoffteilchen umgesetzt werden können, müssen sie mit<br />

der inneren Oberfläche des Katalysators in Kontakt treten. Aus<br />

diesem Grunde ist eine möglichst große innere Oberfläche notwendig.<br />

Andererseits sollen die äußeren Abmessungen des<br />

Katalysators für eine platzsparende Anordnung unter dem Auto<br />

möglichst klein sein.<br />

Zur besseren Veranschaulichung bietet sich der Hinweis auf Analogien<br />

in der Natur an. In natürlichen Systemen ergibt sich häufig<br />

das Problem bei möglichst geringer räumlicher Ausdehnung (kleine<br />

äußere Oberfläche) eine möglichst große innere Oberfläche zu<br />

realisieren. Gute Beispiele hierfür sind u.a. der menschliche Darm<br />

oder die Lunge.<br />

Im menschlichen Dünndarm hat die Natur das Problem mit beeindruckendem<br />

Ergebnis gelöst. Bei einer äußeren Oberfläche von<br />

nur 0,4 m2 weist er eine innere Oberfläche von 200-300 m2 auf.<br />

Die innere Oberfläche ist damit um das 500fache größer als die<br />

äußere Oberfläche.<br />

Vorschlag für ein Gedankenexperiment<br />

Um die Unterschiede der inneren Oberfläche eines Keramik- und<br />

eines Metallkatalysators anschaulich herauszustellen, bietet es sich<br />

an, daß die Schüler selber Katalysatormodelle erstellen: Dazu<br />

werden sie aufgefordert, dünne und dickere Papierstreifen so aufzurollen,<br />

daß die Streifen - in einer Papierrolle untergebracht -<br />

eine möglichst große Oberfläche aufweisen, die gleichmäßig von<br />

Luft durchströmt werden kann. Dabei lernen die Schüler verschiedene<br />

Grundsätze nachzuvollziehen, die beim Katalysatorbau berücksichtigt<br />

werden:<br />

Zum einen läßt sich selbstverständlich bei gleichem Materialverbrauch<br />

(gleiches Papiergewicht) eine größere Oberfläche erzeugen,<br />

wenn das Papier möglichst dünn ist (Analogie: Vorteile Metall<br />

gegenüber Keramik). Dabei bietet sich die spiralige Aufwicklung<br />

der Papierstreifen als Lösungsansatz an (Analogie: Metallkatalysator).<br />

Es zeigt sich aber, daß bei spiraliger Aufwicklung<br />

die Flächen unterschiedlich und z.T. sehr eng aufeinanderliegen,<br />

sodaß bei sehr enger Lagenfolge keine ausreichende Luftdurchströmung<br />

gewährleistet ist. Um einen gleichmäßigen Abstand<br />

zwischen den Schichten zu erzeugen, ist es sinnvoll, zick-zack<br />

förmige Papier- oder in Analogie zum Katalysatormodell, Metallstreifen<br />

zu verwenden. Ein solches Bauprinzip können die Schüler<br />

anhand der Querschnittskizze eines Edelmetallkatalysators auf<br />

der Kopiervorlage 3 wiedererkennen.<br />

Modell eines Metallkatalysators<br />

Spiralig aufgewickelter Papierstreifen<br />

in einer Rolle (Toilettenpapier-<br />

Innenrolle)<br />

Die Schüler erfahren, daß ein Katalysator eine Betriebstemperatur<br />

von 250°C bis 300°C aufweisen sollte, um wirksam zu sein, d.h.<br />

um die angestrebten Reaktionen ablaufen lassen zu können. Hierzu<br />

bietet sich folgender Versuch an, der unbedingt vorher erprobt<br />

werden sollte, weil manchmal Schwierigkeiten auftauchen:<br />

Versuch: Das „katalytische“ Feuerzeug als Autokat-Effekt<br />

Chemikalien und Geräte:<br />

Feuerzeug, Platinwendel (l = 15 cm, d = 0,2 mm), Streichhölzer<br />

Durchführung:<br />

An einem Feuerzeug wird eine Platinwendel so angebracht, daß<br />

sie sich im Gasstrom des Feuerzeugs befindet. Nun entzündet<br />

man das Feuerzeug und wartet, bis die Platinwendel glüht. Man<br />

bläst jetzt die Flamme aus, läßt aber das Butangas weiter strömen.<br />

Ergebnis:<br />

Zunächst scheint die Reaktion erloschen, aber nach kurzer Zeit<br />

glüht der Draht wieder.<br />

Deutung:<br />

Man beobachtet eine katalytische „Nachverbrennung“. Das (nicht<br />

reagierte) Butangas wird am noch warmen Platindraht unter starker<br />

Wärmeentwicklung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser oxidiert.<br />

(aus D. Büttner, S. Bär: Experimente zum Thema Katalyse; NiU-<br />

Ch 8 (1997) Nr. 39, S.11-13)

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